Nadire Biskin
Denn ihre Umfelder erlauben Huzurs Identität keine Komplexität. Nadire Biskins schon. Nach und nach entblättert sie Huzurs Schichten vor den Leser*innen, wobei Ein Spiegel für mein Gegenüber mit einer Poesie geschrieben ist, die dafür sorgt, dass Sätze selbst noch Tage, nachdem man das Buch zugeklappt hat, nachhallen.
Sie trug ein langes Sommerkleid, das ihre Fesseln umspielte, als sie die Treppen hochstieg. Und eine Sonnenbrille im Haar. Wie die Models aus den Illustrierten. Sie wohnten im ersten Stock. Über ihr. Und sie wusste, wann ihr Wecker klingelte, wann das Baby schrie, wann sie Besuch kamen und wann sie sich liebten. Das alte Haus mit den hohen Decken verheimlichte nichts.
Clemens J Setz
Buchstaben, die in Sprachwelten und Sprachräumen gehaftet sind, die man nur im Nicht-Erreichen erreichen kann — und unter ihm ein zischendes Surfbrett aus Sprachlosigkeit, Sprachfindung, Verständigung, Befreiung und Nonsense.
drehe mich um
Ich drehe mich um, während vorne die anderen ins Auto steigen, sie haben die Koffer vorhin schon verstaut, die Gummistiefel liegen hinten, die Provianttasche zwischen den Jacken auf dem Rücksitz, wie immer. Und wie immer habe ich mich zurückfallen lassen, drehe mich um und lege die Hand über die Augen.

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Clemens J Setz
Buchstaben, die in Sprachwelten und Sprachräumen gehaftet sind, die man nur im Nicht-Erreichen erreichen kann — und unter ihm ein zischendes Surfbrett aus Sprachlosigkeit, Sprachfindung, Verständigung, Befreiung und Nonsense.
Litradio

17./18. März 2022

Litradio Live - Leipzig Lost

Gespräche, Lesungen, Reportagen, Musik

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Pfeilchen und Bogen

Kinder- und Jugendliteratur

Perspektivwechsel
Beitragsbild
Nun trug es sich aber zu, dass die Frau Gegenstand einer Verwaltungsangelegenheit wurde. Der Wagen der Hexe stand auf einer Waldlichtung und wenn in der kälteren Jahreszeit den ganzen Tag der Regen auf das Wagendach trommelte und in der frischen Regenluft der Wind kräftig durch die undichten Fenster pfiff, dann war es ihr in dem dämmrigen Raum sogar behaglich.
Der Tisch ist ein bisschen niedriger als ein normaler Esstisch, weil der Sessel niedriger ist als ein normaler Holzstuhl und meine Gäste sich nicht fühlen sollen wie Kleinkinder an einem Tisch für die Großen. Wenn man auf dem Sessel sitzt, geht der Tisch einer Erwachsenen etwa bis kurz über den Bauchnabel. Meinen Computer mit der Audiosoftware Reaper und meinen Kopfhörern habe ich an die kurze Seite des Tisches gestellt, so dass Abstand zwischen mir und meinen Gästen besteht.
Wenn meine Oma von früher erzählt, dann davon, wie ihr die Gänse in den Fluss geflogen sind und sie alle klitschnass herausfischen musste. Wenn wir Walderdbeeren zwischen den Berliner Gehwegplatten sammeln, erzählt sie, wie sie wilde Erdbeeren am Gaumen zerquetscht hat.