Metropolis.

Das Verschmelzen der Grenzziehung und der Wunsch nach stagnierender Produktivität erschafft seinen eigenen Raum in Virtualitäten, die das Selbst längst ersetzt haben und in dem ein Selbstflackern der Bildschirme längst Realitäten besetzt hat. Die Unmöglichkeit der Außenbetrachtung wird zu unmöglicher Existenz und eine immer stattfindende Produktion niemals absurd. Der Einzelne wird in seiner Selbstproduktion Ware und damit ewiger Teilnehmer eines Marktes. In dieser Manipulation wird Konsum als Freiheit verkauft und dieser Begriff von Freiheit bis aufs Äußerste gedehnt. Und dort, wo diese Freiheit existiert, so lang gedehnt sie sein mag, wird niemals hinterfragt. Warenwert wird zu Tauschwert wird zu Geldwert. Ware wird zu Produkt wird zu Kapital. Im Endeffekt gehört nichts niemandem. Weder Lebensraum, noch eine Selbstheit. Und mehr als das. Es sind Strukturen, die eine vollkommene Verbindung zur Welt verhindern. Eine rationale Durchdringung und Einordnung ersetzt alles. Und alles wird feindlich, wenn es das wird. Und so entsteht eine innere Abkapselung der rennenden Masse, nicht ansatzweise versuchend, diese Verbindung herzustellen. Dieses Nichtsein in der Umgebung wirkt sich auf jegliche Gestaltung dieser aus. Darin entsteht die Nichtfarbe, wenn niemand Farbe kennt und zulässt. Eine Farbe, diewachsen lassen würde um sich herum.

Die Schluchten repräsentieren genau das, indem sie bereits alles ansatzweise Lebendige verbannt haben. Die sich bereits zum Symbol der überall herrschenden Idee gemacht haben. Es ist genau die ernsthaft-produktive Idee, die auch die auf Sitzgelegenheiten Stagnierenden quält. Es ist die Dystopie einer vollkommenen Ordnung, Formalisierung, Gelenktheit. Die unbetretbaren Straßen sind nichts gegen diese Kolosse, die scheinbar nur Raum ausfüllen, ohne erkennbaren Sinn dahinter. Doch sie können nichts dafür. Sie haben sich ihre Existenz nicht ausgesucht. Sie sind lediglich Produkt von etwas vermeintlich Richtigem. So wie diese ganze Szene, die ganze Stadt und die Menschen, die in ihr leben, vermutlich nur versuchen, irgendwas zu tun, sich irgendwie irgendwo zu verhalten. Wenn jedoch die ganze Idee ihren Sinn niemals wirklich offenbart und doch so beeinflussend ist, dass sie als Konstrukt eine ganze Stadt umschließt, führt dies nur zu einer kollektiven Existenzvermeidung. Und fraglich wird dabei, wer all dies lenkt und bestimmt. Wer dafür sorgt, dass eine Öffentlichkeit unmöglich wird und gleichzeitig überall vorhanden. Denn in Sprachlosigkeit und Funktionieren entsteht keine Kommunikation, in Selbstproduktion keine Verbindung und darin nur eine absurde Innerlichkeit, die jedes Gefühl eines Außens unaushaltbar macht. Das Gefühl der Planetartigkeit ist die Folge und eine Abwesenheit von Kommunikation eine innere Zerstörung von System. Menschen sind dann Rädchen betrieben in einem zerstörbaren perpetuum mobile bis Gelenkheit endet und bereits zerstört hat, unfähig, sich ihrer wichtigsten Fähigkeit zu bedienen. Was in dem Wahnsinn passiert, ist Auflehnung. Jedoch Auflehnung gegen etwas zu Mächtiges, um es zu stürzen und darin immer weiter getrieben wird in Spiralen.

Was möglich wäre, wäre ein Aufkeimen von Farbe. Eine Entdeckung dieser an Orten, an der man sie nicht vermutet hätte. Trotz aller Nichtfarbe gibt es Zwischenmomente, die Verbindung deutlich machen, aber nicht wachsend gemacht werden. Und vermutlich liegt nur darin eine Freiheit. Eine vollkommene Farblosigkeit erschafft kein Selbst, sondern geht auf ewig in der Nichtfarbe unter. Was möglich wäre, wäre Wahrnehmen von Umgebung, ein Auftauchen in all dem. Was möglich wäre, wäre eine Angleichung von Sprachen, ein Erkennen des Anderen und ein Ablegen von Umhüllung. Was möglich wäre, wäre ein Blicken außerhalb der Schluchten, in die Planetartigkeit. Was möglich wäre, wäre ein Entstehen von Kommunikation. Was möglich wäre, wären andere Städte, ohne Wahnsinn. Was möglich wäre, wäre ein anderes System außerhalb jeder Lenkung. Was möglich wäre, wäre Utopie. Was möglich wäre, wären Ideen, die in Einzelnen entstehen. Was möglich wäre, wäre ein Malen dieser in Welt. Was möglich wäre, währt nicht, wenn alles Unmöglichkeit wird. Was möglich wäre, wäre Verstehen, ohne Durchdringung. Was möglich wäre, wäre Kontext. Was möglich wäre, entsteht aus sich selbst heraus in Äußerlichkeit. Was möglich wäre, wären Möglichkeiten. Was möglich wäre, wären Möglichkeiten ohne Vermögen. Was möglich wäre, sollte zu Realitäten werden.

Bild mit freundlicher Genehmigung von Hannah Tatjes
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