Eibia
Von Gerd Fahrenhorst - Eigenes Werk, CC-BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=75091861

Eine selbstverständliche Sache

Es gibt keinen vortechnischen Zustand, sagte der Mitarbeiter der Stadt. Er war um halb neun durch die Haustür gepoltert, er war ins Untergeschoss gepoltert, er war nach oben gepoltert, wo er Manwed gefunden und ausgefragt hatte. Seine Fragen wollten wer sie sind, und was sie machten, und wonach sie suchten ins Steinbett der Gleise legen, dachte Manwed. Der Mann hatte gesagt, es hätte in der Eibia ein System gegeben. Der Mitarbeiter der Stadt sagte, er sei ein Mitarbeiter der Stadt. Der Mann sagte: Und Manwed sagte, er solle nicht alle wecken. Und der Mitarbeiter der Stadt sagte: Alle? Und: Ich komme jeden Tag hier rein und sehe nach, ob alles in der Ordnung bleibt. Und: Das Haus ohne dich, ist ein vortechnischer Zustand. Man kann es dann in der Nacht hören. Das Singen der Gleise und das Singen der Bäume. Der Mann sagte, es hätte ein ausgeklügeltes System von Telefonen, Einbahnstraßen und Elektroautos gegeben, um Funkenflug und eine Kettenreaktion zu vermeiden. Das Telefonsystem war für die Arbeiter strengstens Tabu. Man muss dort auf sich aufpassen. Man sagt hier seien unheimliche Dinge in Gang. Es hinge im Nebel. Manwed sah aus dem gekippten Dachfenster und sah das Kippfenster sprechen von der Lust zu sehen was die anderen machten. Haben sie schon was bemerkt?, lachte der Mitarbeiter der Stadt. Er sagte, er würde wiederkommen, am Freitag. Dann ging er die Treppe hinab, schloss die Tür und Manwed saß wieder allein. Und es war tatsächlich unheimlich still. Dachte er.

Aus dem Wasserhahn tropfte Wasser in die weiße Keramik. Die Badewanne und die Toilette und das Waschecken haben die Spuren des tropfenden Wassers in der Farbe metallener Stimmbänder.

Vom Wasserpumpenwerk im Bunker kam das Wasser, sagte der Mann Richtung Fenster, in die alten Rohre und in die Wasserhähne. Dann aber kam es nicht mehr von dort. Es waren die Reste des alten Bunkers im Wasser. Es war die Farbe der Scheinen in der Steinwerdung der weißen Keramik und in der Farbe der Schienen das Moos von den Dächer. Von hier aus, dachte Manwed, ging der Sang durch die Gleise zu den Mitarbeitern der Stadt.

Weißzungen streifen über unsere Köpfe und blähen sich. Sie trinken aus den Drüsen der porösen Haut und trinken uns leer. Wunder eigentlich, dass etwas zurückbleibt, an so Tagen wie heute, die ihre Wut am Atem, an den Nägeln und Steinen nicht mehr verbergen.

Im Aufsteigen faulen die Zungen zu Netzen. Das Salz der Reste ist niemals das gleiche und niemals das Selbe, sagt der Mann. Das Gleiche und Selbe am Salz ist die Form, ist die Steinwerdung der Salze. Die Steinwerdung aber und die Bäume in den Zügen, die lecken die Zungen ohne Rücksicht von unseren Köpfen. Darin besteht schließlich die Gefahr der Methode.

Wir verlaufen uns im Wald damit sie uns nicht finden, damit sie uns nicht finden, damit die Gleise und ihre Fragen uns nicht finden. Stelle dir einmal vor, du bist ganz und gar allein. Und alles ist nur deine Erfindung.

Beim Versuch die Zecke zu lösen, wanden sich in seinem Bauchnabel die Beinchen und er glaubte zu spüren, wie sich noch tiefer hineinkroch. Ihr Kopf saß tief und ihr Kampf war ein Kampf gegen die Gesänge der Gleise, dachte er und war stark beunruhigt.

Bild mit freundlicher Genehmigung von Gerd Fahrenhorst
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