Eibia
Von Gerd Fahrenhorst - Eigenes Werk, CC-BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=75091861

Eine selbstverständliche Sache

Das High-Tech Zentrum war eine selbstverständliche Sache. Der Mann sagte: ich glaube wirklich an den Fortschritt der Menschheit. Und dass man sich dafür schämt, ist eine selbstverständliche Sache. Das Wesen der Gleise ist ihr Flüstern, das Flüstern ist ein anderes als das Flüstern der Bäume. Wen wunderts? Aber dass es etwas gibt, das im Nebel die Bäume und Gleise verdeckte, auch das war eine selbstverständliche Sache und, sagt er, der Ursprung des Wesens der Frage.

Durch alle Baumdolche und – messer zog sich der Nebel, den Hang hinauf konnte man es sich kaum noch denken. Zum Schutz, sagte die Stimme, vor den schandfleckigen Spitzen. Auch in den Gleisen war die Stimme gewesen.

Auch im Bach nebenher. Sie liefen auf einem Pfad daran entlang und er züngelte schwarz durch das dunkle Gewese der Felder und das feuchte Gewese des Blattwerks. Wir setzen unsere Füße auf die Maschen der Zäune, mit der Feuchte im Nebel sind sie in den Boden gesunken und damit ihrer Dolche entkleidet. So lag alles nackt vor ihnen. So lag der Weg nackt vor ihnen und die Stämme des Waldes ragten neben ihnen her und über sie hinweg, wo sie (umgestürzt) sich wanden. Aber auch das, dachte er, war eine selbstverständliche Sache. Der Mann von wo?, stellte im Wald die Frage der Züge und Dörfer. Wenn man das zulässt, sagte Manwed zu ihr, versinken am Ende die Fragen der Wälder. Aber sie verstand offenbar nicht was er sagte und er dachte: In ihrem Blick sind die Drahtmaschen der Zäune und in ihrer Frage die Biegung der steinernen Pfeiler. Stell dir vor du bist ganz allein. Sie stellte die Frage nach der Biegung der Pfeiler, später dann, viel später. Später als sie sich wirklich verirrt hatten im Wald und sie eine Gruppe aus Pfeilern stehen sahen, inmitten von Büschen und Sträuchern und Gräsern. Die Frage nach der Biegung der Pfeiler, die sie stellte, war die Frage nach Grenze und Größe des Spielraumes ihrer Bewegung. Und seiner Bewegung. Unter der Außenbiegung der Pfeiler bin ich frei, sagte eine. Und er widersprach. Denn der Raum zwischen der Gruppe der Pfeiler war kleiner als jemand brauchte um dort nicht alleine zu sein.

Im Baum war ein Kreischen die Bewegung der Flügel. Er saß auf einer Bank, in seinem Rücken drehte das Mühlrad. Das Mühlrad drehte sich gegen den Uhrzeigersinn.

Man hat den Uhrzeigersinn einmal erfunden, sagte das Wasser, man hat ihn gegen mich erfinden müssen. Ich habe den Uhrzeigersinn durch mich erfunden. In mir waren aber immer der Uhrzeigersinn und die Drehung des Mühlrads. Mit dem Uhrzeigersinn haben die Insekten den Bau erfunden. Und der Uhrzeigersinn sang: Ich bin der Erfinder der Insektenkiefer. Und begann von vorn.

Er saß auf einer Bank und sah, das Mühlrad im Rücken, wie im Baum etwas brach, und eine Wolke fiel durch das Geäst und aus den unteren Blättern des Baumes zu Boden und stieg wieder auf. Im Aufsteigen ergab sich in der Wolke ein Netz aus Bewegung und das Wasser machte einen Sprung nach dem Mühlrad: Der Bau ist noch im Bauen gebrochen. Jetzt sieht man das Kreischen ihrer Bewegung. Und in allem Kreischen, hört es, ihr hört es, ist der neue Gesang dunkler rostiger Gleise. Im Baum ist das Summen ein Kreischen, während des Aufstiegs der Wolke. Es ist nur ein Teil aller Züge, ein Teil der Züge ist immer im Bau, denn im Uhrzeigersinn wird aus dem Kreischen, der Gesang seiner Gleise. Und im Netz das Steinbett der Gleise. Die große Gefahr sagte der Mann, ist das Steinbett der Gleise im Wald. Das wird uns ihnen ausliefern. Und die Wolke ist eine große Bewegung und was immer im einzelnen Kreischen der Wolke geschieht, man sieht von außen ihr Steigen im Baum.

Hinter sich eine Wespe. Er hörte ihr Nagen und Mahlen im grauen Holz. So entsteht der Bau aus den Geräuschen, sagte er. Aber es war niemand da um es zu hören.

Bild mit freundlicher Genehmigung von Gerd Fahrenhorst
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