Warum die Dinos ausgestorben sind, oder: Dino Distancing #4

„Du, Brutus?“, ich drehe mich mit meinem ziemlich kaputten Schreibtischstuhl zu ihm um, weil Werewolf Journals gerade rum ist und @definitiv_nicht_birk sowieso aus irgendeinem Grund, den ich aber nicht kenne, offline gegangen ist. Vielleicht hat es etwas mit seiner kaputten Cam zu tun.
Der Dino sitzt gemeinsam mit Kupernikus auf dem Boden und ist beschäftigt mit Reparaturen am Fort Kupernikus – die beiden sind noch eingeschnappt wegen des Hausfriedenbruchs, den ich ihrer Meinung nach begangen habe, als ich das Klopapier gesucht habe. Dementsprechend ignoriert Brutus mich und ich mache mir fast Sorgen – wenn er sonst böse ist, zwingt er mich zu unverhältnismäßig vielen gymnastischen Verausgabungen und selbst meine gewimmerten und schmerzverzerrten Entschuldigungen können ihn dann nicht besänftigen. Doch jetzt – nichts.
Ich verdrehe die Augen angesichts des beleidigten Dinos und seines angefressenen Hamsters, schlurfe in meinen verschiedenfarbigen Adiletten zu den beiden und setze mich im Schneidersitz neben sie, um mit den Reparaturen zu helfen.
„Brutus?“, frage ich nach einiger Zeit nochmal.
Schweigen. „Hey, Brutus?“
Nichts.
„Weißt du, Brutus, ich-“
„Zehn Liegestütze! Du Lappen“, quietscht in diesem Moment Kupernikus und ich reiße die Augen auf.
„DU!“, ich zeige geschockt auf das pelzige Knäul, „Du kannst jetzt auch sprechen?!“
Da vernehme ich plötzlich das irgendwie zischende Lachen von Brutus und vergesse das seltsame Hamster-Erlebnis sofort. Meine Augen beginnen zu strahlen, als mein Dino mich endlich nicht mehr ignoriert.
„Brutus!“, rufe ich freudig und muss mich zurückhalten, um ihn nicht zu umarmen. „Ich hab dich lieb! Ich bin so froh, dass wir uns gefunden haben! Jeder sollte einen T-Rex zu Hause haben. Da gibt’s wahrscheinlich nur das Problem, dass… Du, Brutus, warum seid ihr eigentlich ausgestorben?“
Brutus hört schlagartig auf zu lachen und seine Augen weiten sich. Seine kurzen Ärmchen zucken leicht, als seine Krallen vergeblich versuchen, pantomimisch einen Händewasch-Prozess darzustellen. Ich sehe deutlich, dass er plötzlich ganz weit weg ist und vermute, dass er Flashbacks hat. Plötzlich reißt er seine Desinfekt-Pistole an sich.
„…VIREN!“

Dino Distancing ist ein ursprünglich auf Instagram veröffentlichter Webcomic von Freya Petersen (Bild) und Casjen Griesel (Text), der die Geschichte von Findus und seinem Dinosaurier Brutus erzählt. Die beiden (und ihr weltherrschaftsherrlicher Hamster Kupernikus) versuchen, in einer Welt voller Karens, hotter Werwölfe, Sailor Moon Moms und Social Distancing zu überleben. Ab jetzt auch auf Pfeil&Bogen!

Bilder mit freundlicher Genehmigung von Freya Petersen | Pfeil und Bogen und Casjen Griesel | Pfeil und Bogen
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