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Alles geil. Hyperironie und Ultraromantik

„Compilation“ der wichtigsten Schlegelgedanken in „Kritische Fragmente“ + ein grafisches „Philosophem“ aus dem Inneren (auf die Tastatur geschriebenes Jazzsolo) + RKOL Gedanken.

1. Beziehung Natur/Kunst: Er legt viel Wert auf die Kunst als Begriff und Erkenntnis. Alles Künstliche ist in seinem Kunstbegriff naturgebunden. Die Beziehung zwischen diesen beiden Termini ist wechselseitig, reziprok. Der Künstler beobachtet die Natur (Natur hier als alle Phänomene des Externen und Internen zu verstehen) und erschafft aus dieser ersten Aktion des Beobachtens ein Kunstwerk, welches als Reaktion verstanden werden muss. Zugleich ist er, der ja die Kunstwerke erschafft, der ja auf die Natur reagiert oder gewissermaßen einen Drang verspürt, ein Kunstwerk zu erschaffen und auf die Natur zu reagieren, ein Naturphänomen selbst. Ich zitiere: „Nicht die Kunst und die Werke machen den Künstler, sondern der Sinn und die Begeisterung und der Trieb“.

2. Kritik an Kunstphilosophie und Beziehung Philosophie/Kunst: Wenn man bedenkt, dass seit René Descartes die Welt zum einen die Gewissheit hat, zu existieren, zum anderen die (Un)Gewissheit, alles andere, alles Gedankliche, alles Sinnliche und Empfindliche ist in Zweifeln versunken, relativ und frei von absoluten Werten, kann man diese Dichotomie (wobei Dichotomie nicht passend ist, da es nicht zwei unterschiedliche, gegenseitige und homogene, sondern zwei eng verbundene heterogene Begriffe sind) durchaus nachvollziehen. Diese Beziehung zwischen dem Philosophischen und dem Künstlerischen ist insofern wichtig, weil sie die Sinnlichkeit in zwei Komponenten teilt. Erstens, die Empfindung, welche sich rein subjektiv in Kunst weitergibt, zweitens, die Rationalität, der Anspruch des Theoretischen, der Synthese, die Philosophie.

3. Kunst und Wahrheit, Ironie: Da sie nicht die vollkommene Wahrheit aussprechen kann, weil Empfindung subjektiv geschieht, ist der Weg der Kunst die poetische Umkreisung. So heißt es in einem Punkt: „Auch in der Poesie mag wohl alles Ganze halb, und alles Halbe doch eigentlich ganz sein“. Dies ist ein sehr konstruktiver Ansatz. Zwar kann man die Wahrheit nicht gänzlich aussprechen, man kann jedoch durch sehr verschiedene Wege und Mittel die Wahrheit umrunden, mit ihr spielen, und uns so zu kommunizieren. Die Ironie besteht darin, dass jeder Mensch, obwohl er weiß, er werde nie die finale Wahrheit, die beste, wahre Kunst oder die absolute Schönheit erreichen, weitersuchen muss und soll, da es der beste und einzige nicht der Erkenntnis negierende Weg in die Erkenntnis und Kommunikation ist. So heißt es auch zeitweise: „(…) Unmöglichkeit und Notwendigkeit einer vollständigen Mitteilung“.

4. Das neue, das alte, der Witz: Oft kommt dieses Wort vor, was ich ohnehin schon witzig finde. Der Witz soll vor allem alles Neue, so meine ich, von dem Alten unterscheiden, da das Alte Schönheit, Ideal, Objektivität als eine Tatsache wahrnahm, während das Neue dies hier nur halbernst nehmen kann. Der Witz gehört und ist Teil einer neuen Haltung, einer neuen Haltung gegenüber Kunst und Erkenntnis. Das Alte soll überwunden werden. Diejenigen die das Neue nicht verstehen, fallen aus eigener Anpassungsunfähigkeit in die Trappe der nicht erkannten Ironie. Die Virtuosität der Alten ist in der Aktualität der Philosophie und des Ästhetiksinns verlorengegangen. Mythen sind überholte und hypertragische Parolen des Früheren. Die neue Virtuosität liegt nämlich darin, aus dem Inneren zu sprechen, kreatives, eigenes, persönliches weiterzugeben, die Dialektik voranzubringen in dem die Gedanken, also die eigene Essenz eines Selbst, mitgeteilt werden. Werkmittel dafür sind Witz und eben Ironie.

5. Kunsttheoretische Versuche. Über Roman und Gedicht: Romane sind, so Schlegel, die sokratischen Dialoge seiner Zeit. Es sollen einzigartige, vom Einzelnen kommende Werke sein. Gedichte haben für Schlegel einen anderen, höheren Status. Sie versuchen viel mehr als nur die Deskription der Welt. Sie sind Wege und Mittel der Erkenntnis. Sie verbinden Wissenschaft und Erlebnis.

6. Humor und Witz: Man ließt ihm ein existenzielles Bewusstsein ab, dass bis zum Grad des Humors als Mittel und der Ironie und des Witzes als Form der Behandlung der Existenz ragt. Er ist sich den Grenzen der Mitteilung bewusst, sieht Kunst als Sprache, als Mitteilung der subjektiven Empfindlichkeit und andere dahinterversteckte Wahrheiten, sieht Sprache als Spiel der Konstruktion und Dialektik. Wortspiele und Kreationen bringen die Erkenntnis voran. Witz ist, so sagt er, logische Geselligkeit.

8. Lebenskunstsinn: Als Lebewesen am eig. Leib erleben, dass man ein Kunstwerk ist.

7. Paradox: Man muss es wohl nicht erklären. Schauen sie sich um

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Interessant an den RKOL:
1. Lebenskunstsinn als Kollektiv. Ad Absurdum. Das Kollektiv ist das Kunstwerk. Das Kollektiv ist das Thema der Diskussion. Ärgernis wird dabei durch Spiegelung erzeugt. Die Leere, die Inhaltslosigkeit, die reiche Wüste: Spiegelbild, das auf „trappiger“ Weise gezeigt wird. Wir sehen es, regen uns auf, regen uns dabei über unser eigenes Spiegelbild auf, oder werden mit unserer Reaktion offenbart und bloßgestellt.

2. Ironie im Schloss. Erleben wir keine anderen Krisen mehr als „ach nicht genug Akku um ein Film fertig zu sehen“ und “Hääh nur ein Strich Wlan?!“ Krisen: welchen Zweck erfüllt dann noch Kunst? Hat sich Kunst von allem „Tiefgründigen“ losgelöst? Dient es nur noch dem Ästhetischen der Ästhetik halber? Dem „ach wie schön ach wie traurig“ Moment? Sind wir leer? Ist Kunst leer, weil wir leer sind? Sind wir leer, weil wir leer sein wollen, bzw. sind wir leer, weil wir keine Notwendigkeit verspüren, unsere Leere zu füllen? Oder sind wir einfach nur von Leere gefüllt? Ist Literatur überflüssig? Sind wir, als Schreiber und Künstler nichts weiteres, als Hofnarren im Konsumschloss? Wollen wir das?

(Zu pathetisch!)

Die Krisen, die wir als Menschen erleben und bewältigen, prägen unsere philosophische Weiterentwicklung, sie befestigen unsere Gedanken. Erleben wir nur „Mein Flugzeug hat sich dreißig Minuten verspätet oh Gott ich reise in zwei und halb verdammten Stunden von Madrid nach Berlin fliege auf zehntausend Metern Höhe aber, Mensch, rege mich auf weil ich dreißig Minuten später ankommen werde als geplant oh Gott“, was sagt das dann, über unsere philosophische Entwicklung, über unsere gedankliche Zukunft und Festigkeit? Essen wir kein Krisenbrot, trinken wir zu viel Wasser: verderben wir dann einfach? Verdirbt unsere Lebensvorstellung, unser Wille auf Idealvereinbarungen? Verrottet unsere konstruktive Kreativität, die uns ja am Leben erhält und somit die Lust auf Weiterentwicklung einer ganzen Gesellschaft? Erlöschen wir vor Langeweile?

Passiert uns allen, als Gesellschaft, genau das, was den verfaulten Kronprinzen passieren würde, oder den König Glaukos, den Pferdenarren, der vor Langeweile nur noch Pferde kauft um schließlich aufgrund seiner Pferde, also von seinen Pferden zerfressen, stirbt? Ne. Ich denke, dass sich das ganz leicht beantworten lässt. Was tue ich hier, wo ich argumentiere, antworten suche, betrachte und behaupte? Ist es nicht, eine Form des Philosophierens, zeigt es nicht, dass ich mich auch nach Kunst sehne, dass Krise nicht Wüste sondern der Anfang einer Oase ist? Bedeutet dies nicht, dass alles was ich bisher gesagt hab, Opa hätte sagen können? Ich wiederhole, so viel Pathos!

Viel.

Zu viel.

Bild mit freundlicher Genehmigung von Starfruit Publications
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Editorial: Radar