Ganze Vorstellungsreihen thematisieren die finanziellen Aspekte der Buchbranche. Verkaufszahlen, Vertragskonditionen oder Gewinnbeteiligungen. An potenziell demotivierenden Aspekten mangelt es keineswegs. Entsprechende Veranstaltungen heißen zum Beispiel „Schreiben als Armutsrisiko“ und verkünden die Hiobsbotschaft, dass es nur die Wenigsten zum Verlagsautor bringen und dann auch noch von ihrer Schreiberei leben können. Reich werden kann man gleich vergessen.

Zahlreiche Vorlesungen, Diskussionsrunden und Interviews berichten davon, wie man sich am besten in Verhandlungen gibt, hat das eigene Manuskript dann doch einmal das Interesse von Rowohlt, Hanser & Co erregt. Dass sich der ökonomische Erfolg eines Schriftstellers jedoch nicht danach richtet, wieviel Prozente man bei Verhandlungen für sich rausquetschen kann, sondern schlicht und ergreifend wie gut sich das Geschriebene an die breite Masse verkaufen lässt, sagt einem natürlich keiner. Außer man studiert was in die Richtung Kreatives Schreiben, da weiß man sowas und eigentlich auch sowieso alles andere.

Beispiele wie Martin Suter oder Sebastian Fitzek zeigen, was passiert, wenn man in den Genuss kommt, vom Schreiben leben zu können und damit auch noch reichlich Moneten anzuscheffeln. Die Messebesucher blockieren stundenlang die Gänge, um auf ihren Signierstunden für einen Moment  auch nur den Anschein von Nahbarkeit zu spüren. Das ARD-Forum wird zum großräumigen Sperrgebiet und das Menschenaufkommen gleicht dem eines indischen Zuges, der in der nächsten Sekunde aus allen Nähten zu platzen droht.

Und wofür das alles? Vielleicht ist es einfach nur die papparazziartige Gier nach Prominenz, der man einmal für einige Sekunden persönlich ins Gesicht glotzen, schnell ein Foto schießen und das seinen Bekannten beim Diashow-Abend dann mit „guckt mal alle her, hier bin ich mit dem Suter!“ triumphierend unter die Nase reiben kann. Mag sein, ist aber unwahrscheinlich. Wohl eher ist es das Bedürfnis, den Menschen, die einen mit ihrer Kunst unterhalten, einmal persönlich dafür zu danken. Zumindest sollte es so sein.

Bild mit freundlicher Genehmigung von Marvin Dreiwes | Pfeil und Bogen
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