Diebesgut

Am Anfang ein Wort. Beim Rowohlt Verlag träumt es sich seeluftig, in der Zeit kehren Hirn und Zukunft bei McDonalds ein. Es ist ein beständiges Schnüffeln nach Wörtern, die sich plötzlich anbrüllen, wild an den Füßen packen und zu etwas zusammenraufen, das man – ja, wie soll man das nennen? Worthaufen? Text? Gedicht?

Vielleicht eher: literarisches Diebesgut. Die Sturmmaske wird übergestreift, der Körper in der digitalen Materie versenkt. Es wimmelt und wabert, kreischt und feilscht. Die Augen müssen dem Gewoge trotzen, denn es ist längst nicht alles Gold, was glänzt. Aber ein paar Brocken findet man immer und die werden konserviert.

Die Beute im Sack wird in die Schmiede geschleppt. Wird in alle Einzelteile zerlegt, auf dem Monitor verstreut, akribisch beäugt. Und da hört man es schon, das Plärren jener Fetzen, die zueinanderfinden wollen. Kopf und Mund und Mond. Träume und Seeluft und Weite. Raupen und Nussöl und Amsel. Sinn zählt nur, wenn er unsinnig ist. Ungereimtheiten erstechen den Reim. Das Schwarz, das sich ins Bild drängt, hinterlässt ein widerwilliges Rumoren. Doch nur die genießbaren Happen dürfen auf dem Tablet liegen bleiben. Der poetische Schmaus beginnt.

Bild mit freundlicher Genehmigung von Hannah Schraven
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